Illustration einer Spargelstange © Raminta Gudelyte

„Zehn Jahre Umweltskandal in Mittelbaden“, das ist ein Jubiläum, über das sich niemand freuen dürfte. 1215 Hektar Ackerfläche und mehr als 58 Quadratkilometer des Grundwassers sind zwischen Rastatt und Bühl mit per- und polyfluorierten Chemikalien (PFAS/PFC) belastet, mit weitreichenden Folgen von unbekannter Dauer für die gesamte Region.

Über mehrere Monate hinweg beschäftigten sich 13 Studierende der journalistischen Lehrredaktion des Studiengangs „Wissenschaft – Medien – Kommunikation“ (WMK) am KIT unter Leitung der Biologin und Wissenschaftsjournalistin Patricia Klatt mit diesem vielschichtigen Umweltproblem direkt vor unserer Haustür.

Am Anfang der Lehrredaktion standen intensive Recherchen über den PFAS/PFC-Skandal in Mittelbaden; er war den Studierenden nicht bekannt und so stellte sich schon in der ersten halben Stunde die grundsätzliche Frage nach der Information und Kommunikation darüber – ist es tatsächlich ein „vergessener Skandal“? In zwei Gruppen wandten die Studierenden sich im Anschluss dem Thema zu.

Eine Gruppe beschäftigte sich mit diversen Details und Hintergründen der Belastung. Dafür stellten sie Presseanfragen an Firmen und Behörden, führten Vor-Ort-Interviews und besuchten Forschungseinrichtungen.

Die andere Gruppe untersuchte die Kommunikation über PFAS/PFC in Mittelbaden: Wie und wo wird informiert? Welche Kanäle werden „bespielt“ und wer ist überhaupt die Zielgruppe des Ganzen? Zeitungsartikel und Social-Media wurden durchforstet und Diskussionen mit Landratsamt und Regierungspräsidium geführt. Nicht alle Fragen konnten dabei zufriedenstellend beantwortet werden.

Aus diesen beiden Bereichen ergab sich dann für die Studierenden die Notwendigkeit, weiter in die Tiefe zu gehen und sie recherchierten, wie und wo man sich überhaupt über PFAS informieren kann und welche PFAS-freien Alternativen es bereits gibt?

Entstanden ist abschließend eine Broschüre, die drei Themenblöcke adressiert: die Betroffenheit, die Kommunikation und „PFAS-frei“.

Das Projekt fand als Kombination aus Präsenzterminen und Online-Konferenzen statt. Ulrike Mader und Nicolaz Groll unterstützten die Studierenden bei der Erstellung der Broschüre.

Weitere Informationen zu den PFAS finden sich auch im letztjährigen PFAS-Dossier Per- und polyfluorierte Chemikalien – Fluch oder Segen der modernen Zeit?, das ebenfalls von Studierenden des Studiengangs WMK erarbeitet wurde.

PFAS in Mittelbaden – Ein vergessener Skandal?
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