Dieser Blog-Artikel ist eine Projektarbeit aus der Übung “Medien- und Öffentlichkeitsarbeit (Kurs A)” mit Unterstützung des Arbeitskreises Burg Wersau. Die Studierende haben eine Reihe von Beiträgen produziert, die auf den Seiten der Burg Wersau sowie beim Campusradio Karlsruhe erscheinen.

Deutschland ist reich an Geschichte. Ein Teil des historischen Reichtums in Form von Burgen, Schlössern, Klöstern und Kirchen kann heute an zahlreichen Orten bestaunt werden. Über Jahrhunderte hinweg gerieten manche dieser Bauten in Vergessenheit, wurden zerstört oder dem langsamen Verfall preisgegeben. Tief unter der Erde begraben und nicht selten lediglich durch einen Zufall wiederentdeckt, wird unser kulturelles Erbe von Archäologen in mühseliger Arbeit an vielen Ausgrabungsstätten zutage gefördert. Eine solche Ausgrabungsstätte ist die Burg Wersau bei Reilingen, einer Gemeinde in Baden-Württemberg. Hier durfte eine Studentengruppe des Karlsruher Instituts für Technologie einen Tag lang den archäologischen Alltag hautnah miterleben. In diesem Blogbeitrag wollen wir die gesammelten Eindrücke und Erfahrungen wiedergeben.

Steinerne Funde bei der Burg Wersau

Alltag eines Archäologen

Wie auf einer Baustelle sind wir von geschäftigem Treiben umgeben, nur mit dem Unterschied, dass nicht in Höhe gebaut, sondern in die Tiefe gegraben wird. Trotz widrigem Wetter sind zahlreiche Mitwirkende erschienen, um an der Ausgrabungsstätte weiterzuarbeiten. Viele von ihnen beteiligen sich ehrenamtlich, darunter auch Kinder. In der Gemeinde Reilingen wird die Archäologie generationenübergreifend betrieben. Durch die gemeinsame Suche nach neuen Fundstücken verbunden, haben die Großen wie auch die Kleinen sehr viel Spaß an ihrer Arbeit. Es herrscht eine herzliche, familiäre Atmosphäre.

Freiwillige bei Ausgrabunf

Tausende Fundstücke wurden bereits ausgegraben, gesäubert, untersucht und katalogisiert. Jedes Fundstück erzählt eine Geschichte, die es den Archäologen ermöglicht ihr Wissen über die Burg Wersau zu erweitern. Selbstverständlich, geben die einzelnen Fundstücke ihre Geschichte nicht freiwillig preis. Meist ist eine aufwendige Recherche notwendig, um das Rätsel zu lösen und eine genaue Aussage über das gefundene Objekt treffen zu können. Zum Glück sind einige Funde „gesprächiger“ als andere. So sind zum Beispiel Münzen und Holzfunde überaus hilfreich, wenn es um die Altersbestimmung geht. Neben der Recherche fällt auch jede Menge Handarbeit an. Vorsichtig müssen die Fundstücke von der Erde befreit werden, wobei solche Arbeit Tage in Anspruch nehmen kann. Der ganze Aufwand zahlt sich aus, indem Schritt für Schritt der „Puzzle“ Wersau vollständiger wird.

Burg Wersau in Zukunft

Die Gemeinde Reilingen kann auf ihre Sehenswürdigkeit stolz sein. Seit dem Beginn der Ausgrabung entwickelte sich die Burg Wersau zu einem beliebten Ausflugsort für viele Hobby-Archäologen und Schulklassen. An diesem Ort haben die Besucher die Gelegenheit, Feldarchäologie live zu erleben. Die Arbeit hier wird noch Jahre in Anspruch nehmen und viele Menschen beschäftigen. Noch ist jedoch unklar, wohin die Reise geht. Ein Museum auf dem Gelände am Ende der Ausgrabungen wäre denkbar. Zudem gibt es diverse Pläne pädagogische Konzepte umzusetzen, welche sowohl Schüler als auch Studenten weiterhin mit einbeziehen sollen. Heute ist die Burg Wersau ein Denkmal und wird vom Denkmalschutzgesetz geschützt. Auf diese Weise wird sie als Teil des deutschen Kulturerbes erhalten bleiben.

Hinweisschild zur Burg Wersau

Leonie Apostel und Alexander Marder

Akademische Mitarbeiterin in der Abteilung Wissenschaftskommunikation (Institut für Germanistik) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).

Archäologie zum Anfassen: Das Burg-Wersau-Erlebnis
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