Studierende der Fakultät Geistes- und Sozialwissenschaften konnten sich 2017 wieder auf Reisestipendien für die Tagungen Forum Wissenschaftskommunikation und Wissenswerte bewerben. Zwei Studentinnen sind zum Forum nach Braunschweig gefahren und schildern hier, was sie erlebt haben und ob sich die Reise gelohnt hat.

Folie "Scientists are cool" beim Forum
(Bild: M. Freiling und C. Heil)

Als Einstieg konnten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Forums zunächst Formate der Wissenschaftskommunikation in und um Braunschweig besichtigen. Wir besuchten in diesem Rahmen das Wissenschaftsmuseum phaeno, das Jung und Alt durch interaktive Formate für Wissenschaft zu begeistern versucht. Was bei uns übrigens ziemlich gut funktionierte.

 

Zurück in der Stadthalle Braunschweig wurden die Forumsbesucher durch Markus Weißkopf, dem Geschäftsführer von Wissenschaft im Dialog, begrüßt. Einhornbabys und Wissenschaftskommunikation – wie das zusammen passt referierte daraufhin der Wissenschaftsjournalist Patrick Breitenbach in seiner unterhaltsamen Keynote. Mehr Ideen zu neuen Formaten lieferte eine Session zum Thema „Apps oder Anfassen“, bei der vor allem moderne Ausstellungsformate diskutiert wurden. Am Abend bewies Harald Lesch, dass es auch ohne neue Medien geht: Mit einer eindrücklichen Kostprobe seiner mitreißenden Kraft als Kommunikator und einem Aufruf, den Austausch mit Wissenschaftsskeptikern weiter zu suchen, rundete er den Tag ab.

Eröffnungs-Podium beim Forum Wissenschaftskommuniktion
(Bild: M. Freiling und C. Heil)

Am nächsten Tag folgten für uns die Vorstellung einiger Forschungsprojekte, darunter auch einige aktuelle Projekte aus der Abteilung Wissenschaftskommunikation des KIT, wie Science in Presentations und Hochschulkommunikation erforschen. In einem zweiten Block stellten sich Projekte der Wissenschaftskommunikation vor: Von der Einbeziehung von Lehrern in die Forschung oder Eltern in den Forscherdrang ihrer Kinder bis hin zur Demokratiewerkstatt gab es viele innovative Konzepte. Interessant waren auch die Beiträge der Chemikerin und YouTuberin Mai Thi Nguyen-Kim, die auf die Unterrepräsentation von weiblichen Wissenschaftskommunikatorinnen in den neuen Medien aufmerksam machte. Das zeigte sich auch bei der Preisverleihung „Fast Forward Science“, bei der Web Videos von – hauptsächlich männlichen – Kommunikatoren ausgezeichnet wurden. Bei einem anschließenden Abendempfang fanden die Teilnehmer Zeit, sich bei Musik über dieses oder andere Themen des Forums zu unterhalten.

Vortrag Science in Presentations
(Bild: M. Freiling und C. Heil)

Mit einer Diskussion über Auswirkung und Zukunft des March for Science endete das Forum Wissenschaftskommunikation am folgenden Tag. Mit vielen neuen Anregungen machten wir uns anschließend auf den Heimweg nach Karlsruhe.

Mareike Freiling

Fast Forward Braunschweig

Wie ist es mit einem Stipendium zu einer Fachtagung zu fahren? Vereinfacht ausgedrückt: spannend und unerwartet.

Natürlich lässt sich darüber streiten: Lohnt sich der Stress mitten im Semester zu so einer Tagung zu fahren? Lohnt es sich ein ausgetüfteltes Motivationsschreiben zu verfassen? Unterm Strich: Ja.

Zunächst einmal die Frage: Wie an das Stipendium herankommen? In unserem Falle haben wir dafür nur etwas Überzeugungskunst und Glück gebraucht. Danach kam der stressige Teil mit der Koordination der Anreise nach Braunschweig, denn dort fand die Fachtagung, bei der wir dabei sein durften, statt: Das 10. Forum Wissenschaftskommunikation. Doch warum zu so einer Tagung fahren, wenn man WMK studiert? Klar, weil es um Wissenschaftskommunikation geht und sich dort die Leute treffen, die erstens genau das machen – Wissenschaft kommunizieren – und zweitens natürlich Ahnung davon haben und gemeinsam Wege finden wollen, um Probleme dabei zu lösen und die Kommunikation noch besser zu machen.

Ungefähr in der Mitte des Bachelor bietet sich ein Ausblick in die spätere Arbeitswelt an. Auf dem Forum hatten wir die Chance zu sehen, in welchen Sparten oder Nischen Wissenschaftskommunikation stattfindet.

Eine Motivation ist es außerdem, wenn man miterlebt, welche Auszeichnung, wie beispielsweise die Lorenz-Oken-Medaille oder den Fast Forward Science Award, man mit gelungener Wissenschaftskommunikation erhalten kann. Neben Harald Lesch ist auch Dr. Mai Thi Nguyen-Kim (bekannt durch SchönSchlau oder The Secret Life Of Scientists) ein gutes Vorbild, wohin einen der Beruf womöglich führt. Solche Aussichten entschädigen für so manche Mühe beim Lernen an der Uni!

Cindel Heil

Studierende beim Forum Wissenschaftskommunikation
(Bild: M. Freiling und C. Heil)

Akademische Mitarbeiterin in der Abteilung Wissenschaftskommunikation (Institut für Germanistik) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).

Neue Formate und Vorbilder in Braunschweig
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