Die Jahre 2016 und 2017 stehen ganz im Zeichen der Meere und Ozeane, zumindest wenn es nach dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ausgerufen Wissenschaftsjahr 2016*17 geht. Wissenschaft im Dialog (WiD) hat dazu einen Hochschulwettbewerb ins Leben gerufen, in dem junge Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aller Fachbereiche aufgerufen sind, Ideen und Projekte zum Thema des Wissenschaftsjahres zu entwickeln.

Das hat Philipp Schrögel aus der Nachwuchsgruppe „Science In Presentations“ in unserer Abteilung gemacht – und gewonnen. Sein Projekt „Wissensbuffet – all you can eat and learn“ ist eines von 15, das von einer Jury ausgewählt und mit einem Preisgeld von 10.000 Euro für die Umsetzung ausgezeichnet wurde.

Sushi für das Wissensbuffet (Foto: cyclonebill from Copenhagen, Denmark, Sushi (8452829483), CC BY-SA 2.0)
Sushi für das Wissensbuffet (Foto: cyclonebill from Copenhagen, Denmark, Sushi (8452829483), CC BY-SA 2.0)

Wer sich jetzt fragt: „Als Kommunikationsforscher? Was hat denn das mit Meer zu tun?“, der hat nicht ganz unrecht. Natürlich nehmen wir bei WMK keine Wasserproben und fahren in die Arktis (aber manchmal machen wir dann doch eine Expedition auf ein Wissenschaftsschiff).

Aber die Aufgabenstellung des Wettbewerbs ist genau unser Fachgebiet: Die Projekte sollen „die gesellschaftliche Bedeutung der Forschung für die Bürgerinnen und Bürger auf interaktive Art und Weise verständlich machen und über relevante Forschungsergebnisse zum Thema „Meere und Ozeane“ informieren. Wissenschaft im Dialog ist „auf der Suche nach innovativen Kommunikationsideen, die zeigen, welche Lösungen und Ansätze Wissenschaft und Forschung zum Entdecken, Nutzen und Schützen unserer Meere und Ozeane beitragen können.“

Philipp Schrögel beim Besuch des SiP-Teams auf der MS Wissenschaft (Foto: Philipp Schrögel)
Philipp Schrögel beim Besuch des SIP-Teams auf der MS Wissenschaft (Foto: Philipp Schrögel)

Wie kann man das Thema „Meere und Ozeane“ und die Forschung dazu der Öffentlichkeit vermitteln und Menschen dafür interessieren? In Küstenregionen mag dies noch einfach sein, aber in Städten weitab der Meere – wie beispielsweise hier bei uns in Karlsruhe – spielt der Ozean kaum eine Rolle im Leben der Menschen. Eine Ausnahme gibt es aber: das Meer als Lieferant für Fisch und andere Nahrungsmittel. Hier setzt das Projekt „Wissensbuffet“ an. Die Nutzung der Meere als Nahrungsquelle mit vielfältigen Herausforderungen (zum Beispiel Überfischung, Verschmutzung), aber auch Chancen (Algen als Nahrungsmittel, nachhaltige Fischfarmen) soll in einem innovativen Format mit Expertinnen und Experten sowie Bürgerinnen und Bürger diskutiert werden. Als Lunch- oder Dinner-Event wird ein Essen mit Vorträgen und Diskussionen verbunden. Die Veranstaltungen sollen in einem „Running Sushi“ Restaurant mit einem Laufband stattfinden. Dabei werden abwechselnd Speisen und Karten mit Abbildungen oder Texten auf dem Band platziert. So können die Gäste neben kulinarischen Häppchen auch „Informations-Häppchen“ mitnehmen. Eine Serie von Kurzvorträgen vertieft die Themen weiter. Die Speisen werden speziell für das Event vorbereitet, es soll zum Beispiel nachhaltig gefangenen Fisch oder Algen geben.

Wie geht es weiter? Ende September 2016 werden die Gewinnerteams von Wissenschaft im Dialog in einem Workshop zu Strategien und Maßnahmenplanung für die Wissenschaftskommunikation geschult. Die Umsetzung des Wissensbuffets hier in Karlsruhe ist im Frühjahr 2017 geplant.

Im September 2017 wird die Jury die 15 Projekte dann noch einmal begutachten: Wer hat seine Idee am besten umgesetzt? Welches Projekt hat es am besten geschafft, die eigene Forschung für die Gesellschaft interessant und verständlich zu machen? Bis dahin werden die Teams die Öffentlichkeit über den Verlauf ihres Projekts auf dem Laufenden halten: Auf der Website www.hochschulwettbewerb.net bloggen sie über den aktuellen Stand und über die Herausforderungen und Erfolge bei der Umsetzung ihrer Idee.

Philipp Schrögel

Akademische Mitarbeiterin in der Abteilung Wissenschaftskommunikation (Institut für Germanistik) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).
Wissen à la carte – Erfolg beim Hochschulwettbewerb zum Wissenschaftsjahr
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