“Organisationstheoretische Perspektiven auf die Wissenschaftskommunikation”, so lautete der Titel des Vortrag von Dr. Simone Rödder, den sie am 22. Mai 2015 in unserer Ringvorlesung “Wissenschaftskommunikation erforschen” hielt. In ihrem Vortrag warf die Wissenschaftlerin der Universität Hamburg einen wissenschafts- bzw. organisationsoziologischen Blick auf die wichtigsten Institutionen der Wissenschaftskommunikation – Wissenschaftsredaktionen von Tageszeitungen (Medienorganisation), Pressestellen von Forschungseinrichtungen (Wissenschaftsorganisation) und Science Media Centre (eigene Organisation).

Wie immer stellen wir auch diesmal eine Videoaufzeichnung des Vortrag, sowie die zugehörigen Folien und Tweets aus der Vorlesung zur Verfügung:

Zum Vortrag

In der Diagnose, die moderne Gesellschaft sei eine „Gesellschaft von Organisationen“ drückt sich die Bedeutung formaler Organisation für gesellschaftlich relevante Kommunikationsprozesse aus. Auch die Wissenschaftskommunikation ist organisiert: das Wissenschaftsressort füllt die Wissensseite der Tageszeitung, Universitäten geben Pressemitteilungen heraus und Forscher und Forscherinnen werden in Medientrainings auf die Anforderungen medienöffentlicher Kommunikation vorbereitet.

Im Vortrag wird zunächst die Grundlage der Wissenschaftsdarstellung durch Organisationen erläutert. Anschließend wird ein Überblick über Organisationen der Wissenschaftskommunikation gegeben und eine Systematisierung vorgeschlagen. Die These ist, dass die Relevanz von Organisationen am besten durch einen Vergleich dreier Organisationsformen der Wissenschaftsdarstellung herausgearbeitet werden kann, von denen die beiden ersten den Charakter eines Teilsystems einer Organisation haben, während der dritte eine eigene Organisation bildet: die Wissenschaftsredaktion einer Tageszeitung, die Pressestelle einer Forschungseinrichtung und der neue Organisationstyp des Science Media Centre. Anhand dieser Typologie lassen sich einige Funktionen und Folgen der formalen Organisation von Wissenschaftskommunikation aufzeigen.

Zur Person

Simone Rödder, Dr. phil. nat., Dipl-Biol., studierte Biologie, Mathematik, Wissenschaftskommunikation und Soziologie in Mainz, Glasgow und Bielefeld. 1999-2001 studienbegleitend Journalistenausbildung am Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses in München. freie Mitarbeit für FAZ/FAS (Wissenschaft/Feuilleton). 2008 Promotion an der Universität Bielefeld, danach Postdoc am Institut für Wissenschafts- und Technikforschung der Universität Bielefeld; dort von 2009-2013 Co-Leitung des Projekts „Die Herstellung und Darstellung wissenschaftlichen Wissens unter Medialisierungsbedingungen“ in der BMBF-Förderinitiative „Neue Governance der Wissenschaft“. Seit März 2013 Postdoc und Leiterin des wissenschaftsreflexiven Projekts „Understanding Science in Interaction“ am Exzellenzcluster „Integrated Climate System Analysis and Prediction“ der Universität Hamburg.

Forschungsschwerpunkte:
Wissenschaftssoziologie, Wissenschaftskommunikation, Theorie und Praxis des Wissenschaftsjournalismus, Mediensoziologie.

Folien

Tweets

#wmklauscht: Simone Rödder – “Organisationstheoretische Perspektiven auf die Wissenschaftskommunikation”

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